Stimmbandkrampf

Die spasmodische Dysphonie (im älteren Schrifttum als "spastische Dysphonie" oder "Stimmstottern" bezeichnet) ist eine schwere Stimmstörung noch weitgehend ungeklärten Ursprungs. Sie wird dem neurologischen Formenkreis der Dystonien zugeordnet und als fokale Dystonie des Kehlkopfes bezeichnet. Der Schweregrad der Erkrankung reicht über leichte Formen, die sich in einem "Steckenbleiben" der Stimme und dadurch einer Störung des Redeflusses äußern bis hin zu schwersten Formen, die eine sprachliche Kommunikation für den Betroffenen unmöglich machen. Die Folgen sind nicht selten gesellschaftliche Isolation als auch Berufsunfähigkeit.

Formen

Spasmodische Dysphonie stammt aus dem Griechischen und bedeutet krampfartige Störung der Stimme. Erstmals beschrieben wurde die Erkrankung 1871 von Prof. Traube als "spastische Form der nervösen Heiserkeit". 1973 wurden von Prof. Aronson zwei verschiedene Typen der Erkrankung beschrieben. Diese Einteilung hat auch heute noch Gültigkeit: die Adduktorform und die bedeutend seltenere Abduktorform (die Benennung bezieht sich auf die jeweils betroffenen Muskelgruppen). Die Adduktoren (aus dem Lateinischen: adducere = heranziehen) bezeichnet die Muskelgruppe im Kehlkopf, die das Zusammmenziehen der Stimmlippen zum Stimmlippenschluss bewirkt. Die Abduktormuskeln (aus dem Lateinischen: abducere = abziehen, wegführen) ziehen die Stimmlippen auseinander und ermöglichen, dass Luft durch die Luftröhre gelangt (Atmung).

Adduktorform

Bei der Adduktorform kommt es während der Stimmgebung zu Krämpfen (Spasmen) der inneren Kehlkopfmuskulatur, die der Patient nicht willkürlich beeinflussen kann. Die Stimmgebung ist sehr angespannt-ächzend, die Stimme klingt gepresst und mühevoll, und bei stärkeren Spasmen ist sie durch Stimmabbrüche gekennzeichnet. In schwersten Fällen kommt es zum Stimmversagen. Entsprechend bereitet das Sprechen dem Patienten große Schwierigkeiten.

Abduktorform

Bei der Abduktorform treten diese Krämpfe bei abduzierten, d.h. geöffneten Stimmlippen auf. Dadurch bekommt die Stimme einen verhauchten, eher flüsternden Klang.

Lachen und Weinen kann normal klingen

Eine Besonderheit bei beiden Formen der Spasmodischen Dysphonie ist, dass die Stimme beim Lachen und Weinen völlig normal sein kann. Beim Singen und beim Zitieren von Versen ist die Stimme meist deutlich besser, dagegen kann es zu einer Verstärkung der Symptome bei Stress und insbesondere auch beim Telefonieren kommen.

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letzte Änderung 26. August 2016, 8:59 Uhr

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Stand: 29-Sep-2016, 05:11 PM
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