In der Therapie wird vor allem der Wirkstoff Botulinum-Toxin eingesetzt. Er bewirkt eine Schwächung oder Lähmung der Muskeltätigkeit und bremst die krankhafte Überaktivität der betroffenen Muskeln.
Behandelnde Ärzte sind je nach Krankheitsbild Neurologen, Augen- und HNO-Ärzte, Orthopäden und Phoniater. Die Behandlung wird zur Zeit in Praxen und Kliniken durchgeführt, die sich auf die Therapie mit Botulinum-Toxin spezialisiert haben. Deutschlandweit stehen inzwischen in nahezu jeder Region augenärztliche, neurologische, HNO- und internistische Zentren zur Verfügung.
In besonders schweren Einzelfällen kann es sein, dass sich Ärzte und Patienten für chirurgische Eingriffe entscheiden, bei denen z.B. Nervenverbindungen durchtrennt werden. Dieses sollte insbesondere bei Kindern und Jugendlichen vorab genau überdacht werden, da diese im Wachstum sind. Im Erwachsenenalter kann es oft zu Komplikationen und Verschlimmerung der Symptomatik kommen (z.B. Achillessehne). Diese Operationen sind jedoch mit vielen Risiken und Nebenwirkungen verbunden, weshalb sie bisher auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben.
Manche Patienten profitieren von Krankengymnastik oder anderen physikalischen Therapien, wie etwa Sprechtherapien beim Kehlkopfkrampf. Außerdem gibt es verschiedene Psychotherapieformen, die den Patienten helfen können, besser mit ihrer Krankheit und den Reaktionen der Umwelt umzugehen.
Patienten mit Torticollis spasmodicus, die unter Schmerzen leiden, können zusätzlich mit Analgetika behandelt werden.
In regionalen Selbsthilfegruppen sowie in einer Jugendgruppe führt die deutsche Dystoniegesellschaft Betroffene zum Erfahrungsaustausch, auch mit Ärzten, zusammen.
Bei der generalisierten Dystonie ist die Therapie mit Botulinum-Toxin nicht unbedingt Mittel der ersten Wahl. Hier erfolgt meist eine systemische Medikamentengabe, z.B. mit L-Dopa, Baclofen, Anticholinergika oder auch Benzodiazepinen. Beschwerden in einem umschriebenen Bereich können evtl. durch eine lokale Injektionstherapie mit Botulinum-Toxin gelindert werden. In schweren Fällen kann die intrathekale Baclofentherapie oder eine tiefe Hirnstimulation erwogen werden.
letzte Änderung 25. April 2012, 11:40 Uhr
produced by GPM mbH
URL: http://www.dystonieinfo.de/therapie_5/index.jsp
Stand: 18-May-2012, 09:41 PM
© 2012 dystonieinfo.de. Alle Rechte vorbehalten.